Andacht zur
Jahreslosung 2010
Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht.
Glaubt an Gott und glaubt an mich (Johannes
14,1)
Wie schon 2008 und 2009
so haben wir auch für das Jahr 2010 eine Jahreslosung
direkt aus dem Munde des Herrn Jesus Christus.
Es ist eine bewegende und dramatische Situation: Jesus
Christus ist mit seinen Jüngern zum Passahmahl
versammelt. Es ist das letzte gemeinsame Beisammensein
vor Jesu Leiden und Tod. Die ganze Stimmung ist von
Abschied geprägt, auch wenn die Jünger Jesu das zu
diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Jesus bereitet sie
darauf vor, dass er weggehen muss von ihnen, damit die
Geschichte ihren Lauf nehmen kann. Jesus selbst
offenbart dabei seine ganze Menschlichkeit, es
erschüttert ihn, dass er gerade durch den Verrat einer
seiner Jünger überliefert werden wird:
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer
aufnimmt, wen ich senden werde, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt
den auf, der mich gesandt hat. Als Jesus dies gesagt hatte, wurde er im Geist
erschüttert und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer
von euch wird mich überliefern.“ (Johannes 13,20;21)
Die Jünger erkennen die ganze Dimension
dessen, was da vor sicht geht noch gar nicht. Jesus weiß, dass sie auch
erschüttert sein werden. Ihnen stehen harte Glaubensprüfungen bevor. Gleich zwei
Mal in diesem Kapitel des Johannes-Evangeliums ermutigt Jesus die Seinen nicht
zu erschrecken, nicht im Glauben zu verzagen. Einmal in der Jahreslosung 2010
und zudem einige Verse später:
„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe
ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht
bestürzt, sei auch nicht furchtsam.“ (Johannes 14,27)
Wenn das Herz furchtsam wird ist Glaube
gefragt, absolutes Vertrauen auf Gott. An Gott glauben die Jünger bereits. Doch
sie haben noch nicht ganz verinnerlicht, dass Jesus selbst Gott in
Menschengestalt ist. Deutlich wird das, als Jesus zu Philippus sagen muss: „So
lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich
gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater?“
(Johannes 14,9)
Jetzt, wo Jesus gehen muss, möchte er umso mehr, dass seine Nachfolger ihn im
Mittelpunkt ihres Glaubens haben. Allein an Gott zu glauben ist die eine Sache.
Aber in Jesus Christus das Bild des Vaters zu sehen, ist eine ganz andere Sache.
Eine entscheidende Sache. Alles steht und fällt mit Jesus Christus. Er ist der
einzige Weg zum Vater und einziger Grund zur Hoffnung, den wir haben. Heutzutage
fällt es vielen leicht zu sagen: „Ja, ich glaube an Gott“. Aber um wie vieles
schwerer fällt es, öffentlich zu bekennen: „Ich setze mein ganzes Vertrauen
allein auf Jesus Christus“.
Es geht um Jesus. Wenn wir uns eine Vorstellung von Gott machen wollen, dann
können wir auf Jesus blicken, er zeigt uns wie der Vater ist. Jesus und der
Vater sind eine Einheit, zusammen mit dem Heiligen Geist, der uns gesandt wurde.
Deswegen ist es Jesus so wichtig uns klar zu machen, dass es nicht um den
Glauben an einen nebulösen Gott geht, sondern dass dieser Gott einen Namen hat:
Jesus.
Die Jahreslosung ist auch eine Aufforderung an uns, uns mehr zu Jesus zu
bekennen. Selbst auf großen evangelistischen Veranstaltungen wie ProChrist ist
sehr oft allgemein die Rede von Gott. Und das ist natürlich gut so. Doch der
Name sagt es ja schon: Christ kommt von Christus. Und wir wissen alle, dass auch
unsere Herzen leicht verzagen können. Das Leben als Christ ist nicht unbedingt
leichter geworden. Aber das war schon immer das gute an Krisen: Sie erinnern uns
wieder daran, dass es auch einen Hoffnungsschimmer gibt. Geht es einem Menschen
gut, dann vergisst er oft schnell, wem er das zu verdanken hat und betrachtet
das Wohlbefinden als Selbstverständlichkeit. Wenn aber der Wind rauer bläst,
lässt uns das näher aneinander rücken und vor allem näher an den Erlöser rücken.
Das ist gerade jetzt, wo diese Welt in ihren letzten Atemzügen liegt, das
Entscheidende. Es geht jetzt besonders darum, Jesus zu vertrauen. Wer das tut,
hat die richtigen Weichen gestellt und dessen Herz kann hoffnungsvoll in die
Zukunft blicken.
